Motorsport Allgemein
Max Mosley bleibt FIA Präsident
Der durch einen Artikel der britischen Zeitung News of the World über angebliche Nazi-Sexspiele mit mehreren Prostituierten in Verruf gekommene FIA-Präsident Max Mosley wurde heute bei einer außerordentlichen Generalversammlung der FIA in Paris im Amt bestätigt.
103 Stimmen für Mosley
103 der vor Ort anwesenden Mitglieder sprachen Max Mosley das Vertrauen aus. 55 Mitglieder waren für ein vorzeitiges Ende der noch bis 2009 andauernden Präsidentschaft. Sieben Enthaltungen sowie vier ungültige Stimmen vervollständigten das Ergebnis.
Mosley rechtfertigte sich vor den Mitgliedern mit der Feststellung, dass seine sexuellen Neigungen seine Privatsachen seien und bestritt zudem jegliche Sympathien für das Nazitum.
ADAC zieht sich zurück
Der größte Automobilclub Europas - der ADAC - zog sich unmittelbar nach Bekanntwerden des Ergebnisses der Abstimmung der FIA-Generalversammlung aus sämtlichen FIA-Arbeitsgruppen zurück. Der ADAC wird sich erst wieder an den FIA-Arbeitsgruppen beteiligen, wenn Max Mosley nicht mehr Präsident der FIA ist.
In einem Brief hatte der ADAC Max Mosley zuvor eindringlich zum Rücktritt aufgefordert, um dadurch Schaden von der FIA fernzuhalten.
Reaktionen anderer Mitglieder
Reaktionen von Automobilhersteller sind bisher nicht bekannt geworden. Neben Honda und Toyota hatten auch Mercedes und BMW vor der FIA-Generalversammlung eine klare Reaktion der FIA gefordert.
Die amerikanische Automobilvereinigung AAA sowie die niederländische Motorsportbehörde (ANWB) gaben bereits kurz nach der FIA-Generalversammlung zu verstehen, dass sie von dem Ergebnis nicht überrascht, jedoch auch nicht angetan sind.
“Es bedarf ernsthaften Überlegungen, um zu entscheiden, ob man in einer Organisation wie dieser, in welcher derlei Dinge stillschweigend geduldet werden, weiter mitwirken möchte”, sagte Robert Darbelnet, Präsident der AAA.
“Ich habe dagegen gestimmt und habe mit 34 weiteren, größeren Clubs, einen gemeinsamen Brief verfasst, in dem wir ihn gebeten haben, spätestens im November 2008 zurückzutreten, doch das Ergebnis ist nun anders”, gab Guide Van Woerkom (Präsident ANWB) klar zu verstehen, bevor er die Seilschaften innerhalb der FIA kritisierte.
“Er hat sehr viele Kontakt mit den kleineren Clubs und was wir in diesem Meeting gesehen haben, war, dass die kleineren Clubs ihm gegenüber, mehr oder weniger, gut gesinnt waren.”, so Van Woerkom weiter.
Zuletzt hatte sich auch Max Mosleys langer Weggefährte Bernie Eccelstone von dem Briten abgewendet und ihm einen Rücktritt nahegelegt. In Medien wurde daraufhin bereits über eine Berufung des Ex-Ferrari Motorsportchefs Jean Todt spekuliert.
Mosley auch nach 2009 FIA-Präsident?
Es bleibt nun abzuwarten, ob Max Mosley zur nächsten Wahl als FIA-Präsident im kommenden Jahr wieder antreten wird. Bernie Ecclestone gab bereits gegenüber der Times zu verstehen, dass er davon ausgehe, dass Max - wenn er bis 2009 Präsident bleibt - eine weitere Amtsperiode anstreben würde.

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